(Hör)buchempfehlung im Januar (1)

Sarah J. Maas: Die Erwählte
Throne of Glass 1

Fantasy

Die 18-jährige Celaena Sardothien ist Adarlans berüchtigtste Assassinin. Sie wurde jedoch verraten und arbeitet nun unter unmenschlichen Bedingungen als Sklavin in den Salzminen von Endovier. Seit einem Jahr ist sie bereits dort – viel länger als jeder andere, denn in der Regel überleben die meisten Sklaven nur einen Monat. Aber ihr Schicksal scheint besiegelt zu sein: auf sie wartet der Tod.

Doch als Chaol Westfall, Captain der königlichen Leibgarde, auftaucht und ihr ein Angebot macht, scheint sich Celaenas Blatt zu wenden: Dorian Havilliard, der Kronprinz von Adarlan, möchte, dass sie sein Champion bei einem tödlichen Wettstreit mit 23 anderen brutalen Kandidaten wird. Wenn sie gewinnt muss sie vier Jahre für den König arbeiten und danach könnte sie in Freiheit leben.
Celaena nimmt das Angebot an und kämpft für den sympathischen Kronprinzen. Im Schloss geht es jedoch nicht mit rechten Dingen zu, denn auch außerhalb des Wettkampfes geht es um Leben und Tod …

Dies ist der erste Teil der siebenbändigen Reihe und ist ein wahres Fantasy-Highlight!

„Throne of Glass“ bietet sehr viele unterschiedliche Charaktere, unglaubliche Wesen und natürlich eine ganz eigene Welt mit verschiedenen Orten. Es ist kaum möglich mit dem Lesen bzw. Hören zu stoppen, da die Geschichte unglaublich fesselnd ist. Man muss sich jedoch gut konzentrieren, um aufgrund der vielen Namen von Orten, Personen und Wesen den Überblick zu behalten.

Auch wenn die Reihe sieben, sehr lange Bände umfasst kommt definitiv nie Langeweile auf und es hält viele Überraschungen parat!

Ein absolutes Muss für Fantasy- und Sarah-J.-Maas-Fans!

(Schnieder)

24. Dezember

Ruth Ware: Hinter diesen Türen

Thriller

Wenn ein Traumhaus in den Highlands zum Albtraum wird.
Rowan Caine nimmt eine Stelle als Kindermädchen in einem einsam gelegenen Haus in Schottland an, bei einer scheinbar perfekten Familie mit vier Töchtern. Doch ihr Traumjob wird für Rowan zum Albtraum. Die Atmosphäre im Haus ist extrem unheimlich. Sie fühlt sich ständig beobachtet – nicht nur von den Überwachungskameras, die in jedem Zimmer hängen. Dann findet sie die ominöse Warnung eines früheren Kindermädchens an die unbekannte Nachfolgerin und es geschehen immer mehr beängstigende, unerklärliche Dinge. Auch das Verhalten der Kinder wird immer seltsamer – bis es schließlich einen tragischen Todesfall gibt. Und Rowan gerät unter Mordverdacht. Um ihre Unschuld zu beweisen, greift sie zu einem verzweifelten Mittel.

Ruth Ware Aufmachung des Buches ist eine interessante Art ihren Lesern die Geschichte zu vermitteln Sie schreibt in einem fließendem und mitreißendem Stil, wodurch man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Erzählungen der Hauptprotagonistin, Rowan Caine, spiegelt sich in einem 300 Seiten langen herzzerreißendem Brief an einen Anwalt wieder. Während der gesamten Geschichte lernt man die Familie, das Haus und die Umgebung immer besser kennen. Dies wollte Rowan auch dem Anwalt vermitteln. Ich konnte mir die gesamte Umgebung gut vorstellen und die seltsamen Vorkommnisse ließen bei mir eine Gänsehaut zurück. So gelang es mir, mich gut in Rowan hinein zu versetzen, wie angsteinflößend und beobachtend diese ganze Situation war. Ein sehr spannendes Buch mit einem guten und packenden Erzählungsbogen.

(Brüggemann)

23. Dezember

Andreas Winter: Zu viel Erziehung schadet!

Wie Sie Ihre Kinder stressfrei begleiten

Der Pädagoge Andreas Winter ist Gründer und Leiter des Coaching-Instituts in Iserlohn. Er ist Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.

Der Ratgeber „Zu viel Erziehung schadet“ ist kein Erziehungsbuch: Der Autor zeigt eher, wie sich tiefenpsychologische Prozesse, die aus der eigenen Kindheit herrühren, auf das Eltern-Kind-Verhältnis auswirken. Er zeigt den Lesern (Eltern), wie sie besser (stressfrei) mit den eigenen Kindern umgehen können.

Bereits in seinem Vorwort findet der Autor deutliche Worte dafür, dass Kinder durch falsches Vorbildverhalten von ihren Eltern lernen.

Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt. Es beginnt mit dem Menschenkenntnis- hier geht es um die unterschiedlichen Charaktere und Persönlichkeiten. In dem zweiten Abschnitt geht es um Erziehung (Begleitung) und ihre Folgen. Ein kurzer Test zur Selbstreflektion ist auch enthalten. Ein sehr wichtiger Abschnitt heißt „Stressfrei begleiten und fördern“. Hier werden interessante Themen wie Erziehungsziele, Reinlichkeitserziehung, Sexualerziehung aber auch Finanz -und Erfolgserziehung behandelt, auch das Thema „Den eigenen Eltern verzeihen“. Im letzten Abschnitt berichtet Andreas Winter von Erfahrungen aus seiner Praxis

In dem Ratgeber findet man viele nützliche Gedankenanstöße denn Andreas Winter besitzt die Gabe kurzweilig und aufschlussreich die Punkte aufzuzeigen und zu analysieren, die wirklich berühren.

(Pohlmann)

22. Dezember

Marc Uwe Kling: Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

Lustiges

Aufklärung mal anders – eine Geschichte über das Scheitern eines lockeren elterlichen Aufklärungsversuches

Die Geschichte beginnt damit, dass Mama und Papa unverschämterweise zu zweit in ein romantisches Wochenende fahren wollen und Oma und Opa zum Babysitten eingeplant sind.

Die siebenjährige Tiffany findet das ziemlich komisch. Sie hat so etwas noch nie gebraucht. Ihr zwöfljähriger Bruder Max auch nicht. Nur die große Schwester Luisa sieht das etwas anders: Sie möchte mit Ihrem Freund Justin auch ein romantisches Wochenende verbringen.

Dieser Wunsch veranlaßt den Vater ein heikles Gespräch mit Luisa und Justin zu führen. Dem Vater ist das Gespräch so peinlich und Luisa und Justin fühlen sich auch nicht wohl. Dann stoßen zu diesem Gespräch auch noch Mama, Oma und Opa, die Geschwister und der Nachbar dazu. Jeder weiß etwas beizusteuern und die Dinge aus der eigenen Sicht zu erzählen. Der anwesende Nachbar, der eigentlich nur etwas Ausgeliehenes zurückbringen wollte, ist Zuhörer und wird bestimmt immer einen Lachanfall bekommen, wenn er einen Stecker in die Steckdose steckt.

Eine ausgesprochen witzige und voller Situationskomik erzählte Aufklärungsgeschichte, die jeden, vor allem die Marc Uwe Kling Fans zum Schmunzeln und Lachen bringt. Marc-Uwe Kling gelingt mit diesem Buch so ganz nebenbei das Thema Sexualität zu vermitteln.

Auch die Bilder von Astrid Henn tragen zum Gelingen des Buches bei.

Fazit: Ein Aufklärungsbuch für Groß und Klein und vor allem für Marc-Uwe Kling Fans. Eigentlich fehlen nur die Kommentare des Kängeruhs.

(Audick)

21. Dezember

Andreas Gruber: Todesschmerz

Thriller

Eigentlich hat der Profiler und forensische Kripo-Psychologe Maarten S. Sneijder genug damit zu tun den Maulwurf beim BKA Wiesbaden ausfindig zu machen. Nun jedoch wird er in Norwegen gebraucht. Bei einem Anschlag auf die deutsche Botschaft in Oslo wurden die deutsche Botschafterin und ihr Sicherheitschef ermordet. Das BKA Wiesbaden schickt Maarten S. Sneijder und sein Team nach Norwegen. Während sie dort mit ihren Ermittlungen beginnen, stellen sie schnell fest, dass die norwegische Polizei nicht gerade begeistert von ihnen ist. Dementsprechend unkooperativ und mit einigem Misstrauen verlaufen die Besprechungen zwischen den Wiesbadenern und den Norwegern. Maarten S. Sneijder und seine Kollegen stehen nicht nur vor einem rätselhaften Fall, denn sie vermuten, dass ein brutaler Serienmörder hinter der Tat stecken könnte. Die Lage spitzt sich immer mehr zu. Und dann wird ein Kollege aus Sneijders Team angegriffen …

Der Österreicher Andreas Gruber (zuletzt „Todesmal“) hat mit dem 6. Band um Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez wieder einen super spannenden Thriller geschaffen. Absolute Hochspannung! In diesem Band geht es in Sneijders Team um Leben und Tod – und zwar um ihr eigenes. Durch den sehr angenehm zu lesenden Schreibstil des Autors und der grandiosen Geschichte, wird das Buch zu einem wahren Lesevergnügen. Doch auch dieses Mal ist das Buch nichts für schwache Nerven!

Der beste Thriller, den ich 2021 gelesen habe!

(Schnieder)

20. Dezember

Greenland

DVD

Ein riesiger Komet rast mit hoher Geschwindigkeit auf die Erde zu und soll Berechnungen zufolge vor seinem Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Doch die Prognosen stimmen nicht – ein erstes Fragment des Kometen stürzt auf die Erde und zerstört ganz Florida. Gerüchte, dass nur ein ausgewählter Kreis von Personen in Sicherheit gebracht werden kann, machen bereits die Runde, als Ingenieur John Garrity (Gerard Butler) von der US-Regierung aufgefordert wird, sich sofort gemeinsam mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) zu einer Militärbasis zu begeben. Von dort aus sollen sie an einen Ort ausgeflogen werden, an dem das Überleben möglich sein soll: Grönland. Doch die Fahrt dorthin wird zum Spießroutenlauf und die Familie wird im Chaos verzweifelt fliehender Menschen und plündernder Horden auseinandergerissen. Wie sollen sie sich je wiederfinden, und wo ist man überhaupt noch sicher?

Ein packender Film über eine Familie und deren Freunden die sich in einer dramatischen Lage befinden. Der Film ist ein klassischer Katastrophenfilm, der aber nicht überladen wird mit Effektgewittern. Er zeigt ein relativ realistisches Ereignis auf und zeigt welche Konflikte solch eine Katastrophe auslösen kann. Der Film ist rund um spannend und hat keine Durchhänger. Er fängt direkt sehr informativ an und wirkt nicht all zu überspitzt dargestellt. Ein wirklich gelungener Film zu einer klassischen Was-Wäre-Wenn-Frage, wo das Thema nicht all zu sehr aus der Fantasie gegriffen wurde.

(Brüggemann)

19. Dezember

Géraldine Dalban-Moreynas: An Liebe stirbst du nicht

Liebe

Die Autorin war Journalistin, bevor sie 2006 die Leitung Kommunikation des französischen Ministeriums für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Parität übernahm. Später gründete sie ihre eigene PR Agentur, dann widmete sie sich der Inneneinrichtung und eröffnete eine Boutique in Paris.

„An Liebe stirbst du nicht“ ist ihr erster Roman und wurde mit dem Prix du Premier Roman 2019 ausgezeichnet.

Fast stichwortartig, rasant wird hier eine Liebesgeschichte protokolliert. Fast wie der Bericht einer Wissenschaftlerin, die ein Forschungsobjekt beobachtet.

Die Handlung ist einfach. „Sie“ zieht mit ihrem künftigen Mann in ein großes Loft in Paris ein. Im selben Haus zieht kurz darauf ein Ehepaar mit einem kleinen Kind ein. Die beiden („Sie“ und „Er“) begegnen sich und ab dem Moment beginnt ihre feurige Beziehung. Dieses Buch ist aber nichts für Leser, deren Liebesgeschichten sich nur im emotionalen Mittelfeld bewegt haben. Diese können wahrscheinlich nicht nachvollziehen, wie grausam es sein kann, wenn die Liebe (Leidenschaft, Anziehungskraft, Obsession) mit verheerender Konsequenz Geist und Willen in Besitz nimmt.

Ein wahnsinnig dichtes, rasantes Werk hat die Autorin geschrieben. Die alte Geschichte über Mann und Frau -ist grandios und anders erzählt, abgründig tief, in einer klaren, unverblümten Sprache. Dass am Ende alles sehr traurig endet ist keine große Überraschung.

(Pohlmann)

18. Dezember

Michaela Grüning: Ein neuer Anfang

Palais Heiligendamm  1.

Historisches

Der Hotelier Heinrich Kuhlmann hat gemeinsam mit seinem Sohn, der eigentlich andere Vorlieben hat, an der Ostseeküste das Palais Heiligendamm eröffnet. Doch die High Society bleibt fern und dem eingesessenen Grand Hotel treu. Die männlichen Familienmitglieder versuchen da Hotel zu etablieren und geben ihr Bestes. Die Töchter werden von der herrschsüchtigen Mutter kleingehalten. Vor allem Elisabeth leidet unter ihrer Mutter, die ihr wenig zutraut. Elisabeth ist aber begeistert vom Hotelbetrieb und würde sich gerne dort einbringen. Auch eine Ausbildung im Hotelbereicht darf die begabte Tochter nicht antreten.
Sogar in einer Notlage geben Heinrich und Ottilie Elisabeth keine Chance, sondern holen einen externen jungen Emporkömmling.
Dann bricht der Erste Weltkrieg aus und in die Familie ein, mit aller Brutalität.
Paul, der sensible Musiker, macht harte Fronterfahrungen.

Der Autorin Michaela Grünig ist ein toller Auftakt zu einer zweibändigen Saga gelungen. Landschaft und Personen werden wunderbar authentisch beschrieben und wir können in diese Geschichte eintauchen. Der Roman bietet alles, was von einem guten Unterhaltungsroman erwartet wird: Liebe, Freude, Angst, Trauer und zeitgeschichtlichen Hintergrund.
Ein wunderbares Buch für lange Winterabende. Nach dem Lesen des 1. Bandes ist man gespannt auf die Fortsetzung.

Auch der 2. Band: Stürmische Zeiten ist im Bestand der Klinikbücherei.

(Audick)