19. Dezember

Géraldine Dalban-Moreynas: An Liebe stirbst du nicht

Liebe

Die Autorin war Journalistin, bevor sie 2006 die Leitung Kommunikation des französischen Ministeriums für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Parität übernahm. Später gründete sie ihre eigene PR Agentur, dann widmete sie sich der Inneneinrichtung und eröffnete eine Boutique in Paris.

„An Liebe stirbst du nicht“ ist ihr erster Roman und wurde mit dem Prix du Premier Roman 2019 ausgezeichnet.

Fast stichwortartig, rasant wird hier eine Liebesgeschichte protokolliert. Fast wie der Bericht einer Wissenschaftlerin, die ein Forschungsobjekt beobachtet.

Die Handlung ist einfach. „Sie“ zieht mit ihrem künftigen Mann in ein großes Loft in Paris ein. Im selben Haus zieht kurz darauf ein Ehepaar mit einem kleinen Kind ein. Die beiden („Sie“ und „Er“) begegnen sich und ab dem Moment beginnt ihre feurige Beziehung. Dieses Buch ist aber nichts für Leser, deren Liebesgeschichten sich nur im emotionalen Mittelfeld bewegt haben. Diese können wahrscheinlich nicht nachvollziehen, wie grausam es sein kann, wenn die Liebe (Leidenschaft, Anziehungskraft, Obsession) mit verheerender Konsequenz Geist und Willen in Besitz nimmt.

Ein wahnsinnig dichtes, rasantes Werk hat die Autorin geschrieben. Die alte Geschichte über Mann und Frau -ist grandios und anders erzählt, abgründig tief, in einer klaren, unverblümten Sprache. Dass am Ende alles sehr traurig endet ist keine große Überraschung.

(Pohlmann)