10. Dezember

Julia Friedrich: Working Class – Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können

Berlin Verlag, 2021

Seit ein paar Jahrzehnten geht ein Riss durch die Gesellschaft. Auf der einen Seite „einfache Arbeiter“, Angestellte, Freiberufler und Geringqualifizierte, auf der anderen Seite die Aufsteiger mit großem Einkommen und großem Vermögen.

Die Autorin Julia Friedrich begleitet ein Jahr lang Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, auch während der Coronazeit. Sie sind meist nicht sozial abgesichert, arbeiten ohne Tarifvertrag, ihre Interessenvertretung ist kaum spürbar.

Besonders eindrücklich sind die Beschreibungen einer freiberuflichen Musikschullehrerin und eines Putzmannes in der Berliner U-Bahn. Julia Friedrich zeigt auf, was es bedeutet, wenn den Lohn kaum für die Miete und die Lebenshaltung reicht. Wenn in Pandemiezeiten die Arbeitsgrundlagen wegbrechen, wenn es bei Freiberuflern kein Kurzarbeitergeld gibt. Vor allem legt sie den Finger in die Wunden von uns allen: Julia Friedrichs fordert Respekt, Wertschätzung und Anerkennung für Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

In Ihrem Buch gibt sie einen tiefen Einblick in die Welt um uns herum und ergänzt alles durch interessante Lösungsvorschläge.

(Audick)