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Patrice Leconte: Heute wegen Glück geschlossen

Bewährte Unterhaltung

Patrice Leconte (*1947 in Paris), Regisseur, Schauspieler, Zeichner, Drehbuchautor. Sein Film „Ridicule – Von der Lächerlichkeit des Scheins“ wurde sogar für den Oscar nominiert.

Heute wegen Glück geschlossen ist sein Debüt als Schriftsteller.

Als ich vor Jahren das Buch gelesen habe, hatte ich sofort die Orte des Geschehens und die Hauptfiguren vor Augen. Ja, das Buch liest sich wie ein Drehbuch zu einem schönen französischen Liebesfilm.

Der 27-jährige Thomas (auf eine Art ziemlich verschobener Typ) arbeitet im „Stylo dé Venus“, einer malerischen Papeterie im Herzen von Paris umringt von einer Schar hübscher jungen Kolleginnen. Doch der junge Pariser hat von seiner Zukünftigen eine ganz genaue Vorstellung : Er mag Frauen mit kurzen Haaren und einer Aversion gegen Kaugummi. So eine will er finden und als Frist hat er sich drei Jahre gesetzt.

Und nun wird der Leser in die Welt der Hauptfigur eingeladen: Die Papeterie, ein hübscher Ort wo die elegante Madame Arlette Capliet über ihre hübschen Angestellten-Yvette, Louise und Sandrine herrscht. Dort kann Thomas seine Leidenschaft zum Büroartikel ausleben. Dann noch Einblicke in seine nette Familie: Wir lernen die liebevolle Mutter, die -obwohl kerngesund- immer wieder davon spricht, dass sie vor ihrem Tod noch Enkelkinder sehen möchte, den Vater und die Schwester Francine kennen. Thomas macht uns auch mit seinen Freunden bekannt.

Als Thomas eines Tagen in der Metro der geheimnisvollen Colette begegnet, weiß er: Das ist SIE. Doch eher er die richtigen Worte findet, ist Colette weg. Ab dem Augenblick macht sich Thomas auf die Suche nach der Frau seiner Träume und entdeckt dabei manche Geheimnisse des Lebens.

Eine zarte, poetische Geschichte, flüssig und amüsant, voller Charme. Très francais.

Ein nettes Buch wenn man nicht allzu viel Wert auf realistische Leibesgeschichten legt.

(R.Pohlmann)