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Connie Palmen: Du sagst es

Biografie

Die niederländische Autorin Connie Palmen (*1955) studierte Philosophie und Literatur. Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Preise.

Sylvia Plath und Ted Hughes sind das berühmteste Liebespaar der modernen Literaturgeschichte.

Die Amerikanerin Sylvia Plath, in Boston geboren, wurde erst posthum berühmt. Ihr literarisches Schaffen galt der Lyrik, ihr einziger Roman erschien 1963. Erst Dreißigjährig, beginnt die Autorin und Mutter von zwei kleinen Kinder Selbstmord. Zu diesem Zeitpunkt lebt sie von ihrem Ehemann Ted Hughes, einem Engländer und gefeierten Poeten, bereits getrennt.

Sylvias spektakulärer Freitod machte sie in der literarischen Welt unsterblich. Ted Hughes bleibt mit seiner Wut und Trauer allein zurück und wird jahrelang von Anhängerinnen seiner Frau (die als Märtyrerin galt) und von der feministischen Bewegung als Mörder und eiskalter Betrüger dargestellt.

Die Autorin Connie Palmen geht in ihrem bewegenden fiktiven Roman dieser Frage nach. Ted Hughes- der 1998 aufgrund eines Herzinfarkts starb und sich bis dahin eigentlich nie zu den Vorwürfen ihn gegenüber geäußert hätte- bekommt endlich eine Stimme: In „Ich-Form“ schildert er seine Sicht der Dinge. Es ist eine zutiefst traurige Liebes- und Lebensgeschichte, die ihn Connie Palmen erzählen lässt.

Was als große Liebe und mit einer Hochzeit nach wenigen Monaten beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem Kerker für Ted. Sylvia treibt ihn mit ihrer Eifersucht, ihren Depressionen und einer permanenten Verzweiflung am Leben immer weiter von sich weg. Diesen Verfall kann auch die Geburt ihrer Kinder nicht aufhalten. Nach kurzen Jahren einer turbulenter Ehe nimmt sich Sylvia das Leben.

Auf Grundlage Teds letzten Veröffentlichungen „Birthday Letters“, Gedichten, die er über seine Frau nach deren Tod geschrieben hate, schafft Connie Palmen einen Roman, der an Emotionen kaum zu überbieten ist. Ein Roman der von Grund auf ehrlich, reflektiert, sensibel ist. An dieser Stelle muss man auch die Arbeit der Übersetzerin Hanni Ehlers würdigen und ihr für die sprachliche Schönheit danken.

Brillant!

(R. Pohlmann)