Buchempfehlung aus unserem Archiv (6)

Daniel Kehlmann: Tyll

Historisches

In seinem Roman „Tyll“ versetzt Kehlmann die bekannte Figur des Tyll Ulenspiegel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Tyll wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn geboren. Nachdem sein Vater mit der Kirche in Konflikt gerät und der Hexerei angeklagt wird, flieht der Junge gemeinsam mit der Bäckerstochter Nele aus seinem Heimatdorf. So beginnt das Leben auf Wanderschaft für den berühmten Schausteller, Narren und Provokateur.

Auf ihrer Reise durch ein Land, dessen Menschen neben den Schrecken des Krieges von Hunger, der Pest sowie der Inquisition geplagt werden, begegnen sie vielen kleinen Leuten und auch einigen der sogenannten Großen der Geschichte. Mal an der Seite der abergläubischen Bauern, mal im Dienst der Mächtigen und Einflussreichen, wird die Lebensgeschichte des Gauklers erzählt. Sowohl humorvoll und zuweilen zynisch als auch ernsthaft hält Ulenspiegel seiner Zeit einen Spiegel vor. Besonders interessant sind dabei die unterschiedlichen Perspektiven und Handlungsstränge, wobei am Ende doch alles miteinander verbunden ist und sich zu einem eindrucksvollen Panorama einer Epoche fügt.

(Koczot)