20. Dezember

Ferdinand von Schirach: Gott

Richard Gärtner, ein körperlich wie auch geistig vollkommen gesunder Mann von 78 Jahren, will nach dem Tod seiner Frau nicht mehr alleine weiterleben. „Sie ist weg und ich bin noch da. Das ist nicht richtig.“, erklärt er. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. Dieser Fall wirft Fragen auf: Wem gehört unser Leben, und wem unser Tod? Darf ein Mensch selbst entscheiden, wie er sterben will? Zu diesen Fragen tagt in dem neuen Theaterstück von Ferdinand von Schirach der Deutsche Ethikrat. Die Figuren, welche Mediziner, Juristen, Theologen und Ethiker sind, diskutieren diese Problematik.

Wie bereits in seinem Theaterstück „Terror“, lässt der Autor Figuren mit vollkommen unterschiedlichen Ansichten zusammenkommen, um über ein aktuelles und umstrittenes Thema zu diskutieren. Dabei spielen auch die Leser beziehungsweise Zuschauer selbst eine Rolle, da diese schlussendlich dazu aufgefordert werden, selbst eine Entscheidung zu treffen und Antworten zu aufkommenden Fragen zu finden.

Im Anhang finden sich zudem drei Essays von Wissenschaftlern, die das Thema der ärztlichen Suizidbegleitung aus medizinisch-ethischer, juristischer, gesellschaftlicher sowie philosophischer Perspektive beleuchten und weitere wissenswerte, aktuelle Informationen rund um die Thematik bieten.

Ein großartiges Drama über das Thema Sterbehilfe und die Fragen, welche dieses aufwirft. Das Buch ist zwar kurz, aber es wird den Leser sicherlich noch lange begleiten. Es regt dazu an, selbst über das Thema nachzudenken, einen eigenen Standort zu finden oder die persönliche Ansicht zu überdenken.

(Koczot)