14. Dezember

Bas Kast: Das Buch eines Sommers – werde, wer du bist

Der Autor, Jahrgang 1974 ,ging in Niederlanden, Deutschland und Kalifornien zur Schule, studierte Psychologie und Biologie. Ursprünglich wollte er Hirnforscher werden, wandte sich dann aber dem Schreiben zu. Er lebt mit seiner Familie bei Würzburg. Sein „Ernährungskompass“ (auch im Bestand der Klinikbücherei) wurde ein Weltbestseller. Das „Buch eines Sommers“, sein erster Roman, weckte meine Neugier .

Nicolas, die Hauptperson, hat den Beruf verfehlt, ist chronisch unzufrieden, gestresst, seine Ehe leidet, ebenso die Beziehung zu seinem Sohn. Und dann kommt ein Anruf. Sein Onkel Valentin ist gestorben. Der Kontakt zu Valentin ist zwar seit Jahren eingeschlafen, trotzdem gehörte er zu den wichtigsten Menschen in seinem Leben, denn er, selbst Schriftsteller, an seinen Jugendtraum geglaubt hat. Nicolas ist der Erbe. Mit seiner Familie fährt er zu Onkels Anwesen. Die Villa ist ein leicht verwildertes Haus in einer ländlichen Gegend. Diese Reise, ohne Terminkalender, Meetings und Handyempfang wird zur einer Reise zu sich selbst. Diese erzwungene Auszeit ist für die Hauptfigur eine Chance innezuhalten und sich zu fragen: „Bin ich auf dem richtigen Weg?“

Das „Buch eines Sommers“ ist ein kleiner Entwicklungsroman, der große philosophische Fragen stellt und Anregungen statt Antworten gibt. Die Entwicklung war irgendwie vorhersehbar – bereits der Untertitel gibt dem Leser einen Hinweis. Es wäre leicht sich über den schlichten Stil des Buches und die bekannten Wahrheiten und viele Klischees lustig zu machen. Der erfahrene Leser ist diesen Themen in der Literatur bereits x-Mal begegnet Man kann es aber auch anders sehen: Als Werk eines Autors, der selbst der Gesundheit wegen sein Leben radikal geändert hat und gerade seine Erfahrung in einem kleinen Roman mitgeteilt hat. Als Einladung zum Nachdenken über die eigene Lebenssituation.

Ich bin überzeugt, dass dieser kleiner Roman seine begeisterten Leser finden wird.

(Pohlmann)