9. Dezember

Peter Zantingh: Nach Mattias

Besondere Schicksale

Schon das Cover des Romans stimmt den Leser leicht melancholisch an: Ein Gemälde von Raphaelle Martin zeigt den Rücken einer Frau, die verlassen an einem Strand sitzt.

Der Autor, Peter Zantingh, Jahrgang 1983, studierte Wirtschaft und Digitale Kommunikation. Heute arbeitet er als stellvertretender Chefredakteur bei der Wochenendausgabe des „NRC Handelsblad“, lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Utrecht.

Mattias, die Hauptfigur des Buches, tritt in diesem Roman nicht persönlich auf. Er ist weg. Weg für immer. Stattdessen tragen alle Kapitel den Namen von Menschen aus seinem Umfeld. Sie erzählen dann aus ihrer Perspektive, was nach seinem Tod passiert ist. Auf diesem Wege erfahren wir als Leser was überhaupt passiert ist, warum Mattias gestorben ist.

Die insgesamt acht Erzähler (Die Mutter, die Freundin, die Großeltern, der beste Freund , aber auch einige Menschen, die indirekt durch Mattias Leben und Ableben beeinflusst werden sind einfache Menschen und sie erzählen sehr direkt, schnörkellos, in kurzen und prägnanten Sätzen wie sie mit der Trauer und dem Schmerz umgehen. Alle Fäden laufen dann bei Matthias zusammen und so kann- trotz des tragischen Schicksals- doch etwas Schönes entstehen. Alles geht weiter Irgendwie. Freunde, Bekannte, enge Vertraute, Verwandte-alle werden einen Weg finden und auf ihre Art die Erinnerungen nach Mattias weitertragen. Durch die Diversität der Charaktere bekommt die Handlung eine gewisse Spannung.

Das Thema des Buches ist äußerst sensibel. Trotzdem ist es dem Autor gelungen einen sehr einfühlsamen und menschlichen Roman zu schreiben ohne tiefer Trauer oder Melancholie zu verfallen.

Ein bewegendes Buch.

(Pohlmann)