12. Dezember

Serno, Wolf: Große Elbstraße 7

Historisches

Rütten & Loening, 2019

Geflüchtet aus dem Lübecker Internat, in das ihre Eltern sie geschickt hatten, lernt Vicky zur Heyden, die Tochter des leitenden Chirurgen der Eppendorfer Klinik, den jungen Arzt Dr. Dreyer kennen.
Zusammen mit ihm hilft sie den Armen im Gängeviertel in Hamburg. Die verheerenden hygienischen Verhältnisse in diesem Viertel fördern die in Hamburg wütenden Cholera. Schon bald werden Vicky und Dreyer ein Paar – bis Professor zur Heyden auf seine verloren geglaubte Tochter trifft und Dreyer den Umgang mit ihr verbietet.
Bald danach muss Dr. Dreyer Hamburg verlassen. Vicky hört nichts mehr von ihm und trauert ihm lange nach. Endlich volljährig, kann sie Krankenschwester werden. Jahre später finden sie und Dr. Dreyer, der lange Jahre Arzt in Afrika war, sich wieder. Außerdem kann Vicky endlich das Geheimnis um den Verbleib der Briefe, die sie sich gegenseitig geschickt, aber nie bekommen haben, aufdecken.

Wolf Serno läßt seine Protagonistin nicht nur als Tochter eines Arztes, sondern auch als Patientin und Krankenschwester in das Geschehen eintauchen. Er zeigt ein breites Spektrum des Klinikalltags und der Lebensverhältnisse der verschiedenen Gesellschaftsschichten Hamburgs Ende des 19. Jahrhunderts lebensnah auf.

Der Roman ist eine gelungene Mischung auf Fiktion und realer Geschichte an historischen Orten, angelehnt an wahren Begebenheiten.

(Audick)