4. Dezember

Villard, Sophie: Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück

Biografie

Peggy Guggenheim, eigentlich Margueritte Guggenheim (*1898 + 1979) war als Autodidaktin eine amerikanische Kunstmäzenin und Galeristin der Kunst des 20. Jahrhunderts. Ihr Vater, der wohlhabende Geschäftsmann Benjamin Guggenheim, kam 1912 beim Untergang der Titanic ums Leben. Als Volljährige erhielt Peggy ein Erbe von fast 500 000 Dollar, das sie von ihrer Familie unabhängig machte.

Sophie Villards biografischer Roman dreht sich um Peggys Leben in den Jahren 1937 – 1942.

Von ihrem ersten Mann, dem Dadaisten Laurence Vall ist sie bereits geschieden und genießt sie das leichte, genussvolle Leben der Pariser Boheme. Sie unterhält zahlreiche Kontakte, unterstützt mit ihren Geldern bedürftige Freunde, verliebt sich leidenschaftlich in den Schriftsteller Samuel Beckett. Eigentlich ist sie fast auf dem Weg nach London, wo sie eine Galerie für Kunst ihrer Zeit eröffnen will, trotzdem beginnt sie eine On-Off Beziehung mit ihm, reist ständig zwischen London und Paris, bis der Krieg ausbricht. Die Gefahr der Naziregime unterschätzt sie als Jüdin allzu lange.

Der einfache Schreibstil des Romans, gewürzt mit saloppen Ausdrücken passt sehr gut zu der Naivität der Hauptprotagonistin, ihren Liebesabenteuern, ihrer jugendlichen Art.
Die Autorin macht klar, dass es viele avantgardistische Kunstwerke nicht mehr gäbe, wenn Peggy Guggenheim sie nicht gekauft hätte und den Künstlern damit oft das Ticket nach Amerika und somit die Flucht vor den Nazis finanziert hätte. Peggy aber handelte oft sehr intuitiv und geradezu visionär bei der Auswahl der Künstler und deren Werke. Zudem wurde sie von vielen als reiche Erbin, die nicht weiß, was sie mit dem ganzen Geld machen soll, belächelt. Bei vielen sorgte sie auch für Unverständnis, denn sie hätte das Geld ja auch direkt in die Flüchtlingshilfe investieren können, was sie später doch tat. Villard zeigt deutlich mit welcher Wagemut und einer großen Portion Sturheit es ihr gelingt das Museum Art of this Century zu öffnen. Die Autorin hat den Leser in die Kunst der Zeit entführt, hat über Peggys Leben und über die realen Personen der Kunstszene gut recherchiert.

Trotzdem lässt mich das Buch zwiegespalten zurück. Auch mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich mich nicht ganz befreunden. Dazu muss ich aber erwähnen, dass der Roman manche Leser faszinieren kann und vor allem deren Horizont erweitern wird. Denn aufgrund des Buches wird man animiert sich mit der Person „Peggy Guggenheim“ zu beschäftigen. So habe ich mich auch mit dem Interviewmaterial über Guggenheim beschäftigt und mir eine Dokumentation über die Frau- die vielen half, aber auch von vielen ausgenutzt wurde-RP und die rückblickend auf ihr Leben betonnte: Die Kunst war das Wichtigste in meinem Leben. neugierig angeschaut.

(Pohlmann)