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Laetitia Colombani: Das Haus der Frauen

Frauen

In ihrem zweiten Roman „Das Haus der Frauen“ verknüpft Laetitia Colombani erneut die Lebensgeschichte zweier Frauen, die sich nie begegnet sind, deren Lebensgeschichten aber eng miteinander verbunden sind. Die Geschichte von Soléne und Blanche Peyron, der Gründerin des „Palais de la femme“.
Da ist Solène, die erfolgreiche Anwältin, die nach einem Burn-Out zurück ins Leben finden muss. Sie muss ihrem Leben wieder einen Sinn geben. Man rät ihr sich ehrenamtlich zu engagieren. Im Haus der Frauen, das Zuflucht für Frauen bietet, wird Soléne Schreiberin. Sie schreibt Briefe an die Ausländerbehörde, an den zurückgelassenen Sohn, an die Queen, an den Geliebten. Immer tiefer taucht sie in das Leben und die Magie des Hauses ein. Sie wird Teil der Gemeinschaft. Soléne lernt viel über die Schicksale von Frauen am Rande der Gesellschaft. Ihr Leben bekommt mit der neuen Aufgabe wieder einen Sinn.

Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz das „Palais de la femme“ schuf?

Parallel zur Geschichte von Solène wird die Geschichte von Blanche Peyron erzählt. Gemeinsam mit ihrem Mann Albin arbeitet Blanche für die Heilsarmee in Paris. Besonders die Situation der obdachlosen Frauen beschäftigt sie. Sie kämpft für ihren Traum: Ein Haus für Frauen, die sonst auf der Straße leben müssten. Sie entdeckt einen verlassenen Palast und schafft es Geld aufzutreiben, um dort das erste Frauenhaus im Jahr 1926 zu realisieren.
Fast 100 Jahre später findet dort Solène eine neue Aufgabe.

Das Haus der Frauen ist ein wunderbares Buch über Menschlichkeit, Mut und darüber, dass es sich lohnt für eine Sache zu kämpfen. Es rückt das Leben von Frauen in der Obdachlosigkeit ins Zentrum, ihre Lebensgeschichten und den Brüchen in ihrem Leben. Es lohnt sich diesen Roman zu lesen. Er macht nachdenklich, aber die Hoffnung auf eine neues Leben der Frauen im Palais de la femme wird deutlich.

Die Autorin Laetitia Colombani sagt in einem Interview mit ihren Redakteurin Isabel Kupski vom S. Fischer Verlag:
„…Der Palais ist ein Ort, an dem man sich wieder aufrichtet, der Wartesaal für ein besseres Leben. Für mich musste der Roman unbedingt optimistisch enden“

(Sigrid Audick)