Kategorie-Archiv: Buchempfehlung

Buchempfehlung im Mai (1)

Ursula Poznanski: Cryptos

Thriller

Jana ist eine Weltendesignerin und kreiert verschiedene alternative Welten, in die sich die Menschen vor der Realität flüchten können. Kerrybrook hat sie wie ein irisches Dorf errichtet: mit Schafen, viel grün, einigen Pubs und einer Burgruine. Eigentlich geht es dort sehr friedlich zu. Doch dann zeigt ihr das System an, dass ein Fehler aufgetreten ist. Jana begibt sich in die alternative Realität, um nachzusehen wo das Problem liegt. In Kerrybrook angekommen muss sie feststellen, dass ausgerechnet dort, in ihrer Lieblingswelt, ein Verbrechen geschehen ist. Jana merkt schnell, dass es auch in Macandor, einer Feenwelt, die sie selbst erschaffen hat, nicht gerade rundläuft. Was steckt dahinter?

Cryptos ist eine Mischung aus Thriller, Fantasy und Dystopie. Die bunte Vielfalt der unterschiedlichen Welten in diesem Buch sind einfach herrlich. Man taucht in Fantasy- oder auch historische Realitäten (wie Jane-Austen-Welt) ein und trifft dort unter anderem auf Feen, Elfen, Dämonen und Dinosaurier. Die sympathische Protagonistin Jana Pasco, mit der man von Anfang an mitfiebert, erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, was die Spannung noch einmal deutlich steigert.

Die Österreicherin Ursula Poznanski ist eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Thriller-Autorinnen. Sie schreibt sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene und hat außerdem noch gemeinsam mit dem genauso genialen Autor Arno Strobel erfolgreiche und spannende Bücher auf den Markt gebracht.

(Schnieder)

Buchempfehlung im April (2)

Robert Bryndza: Nachtschwarz

Krimi

Versenkt in einem Baggersee sollen sich Drogen im Wert von mehreren Millionen Pfund befinden. Detective Chief Inspector Erika Foster und ihr Team durchsuchen mit Hilfe eines Taucherteams den See. Dabei stoßen sie auf das Skelett eines Kindes. Die Untersuchungen des Rechtsmediziners ergeben, dass es sich um ein Mädchen handelt, dass vor 26 Jahren spurlos verschwunden ist. Bei den damaligen Ermittlungen sind der Polizei Fehler unterlaufen. Der Druck auf die Polizei ist dadurch nun umso größer. Erika Foster muss den Fall noch mal neu aufrollen und herausfinden, warum der Mörder nie gefasst wurde. Was sie allerdings nicht ahnt: Durch ihre Ermittlungen gerät sie in den Fokus des Mörders …

Detective Chief Inspector Erika Foster ist eine zielstrebige Ermittlerin und kämpft darum, dass sie und ihr Team diesen Fall endlich lösen können. Doch was sie so sympathisch macht ist, dass sie gar nicht den Ruhm für ihre Arbeit einheimsen möchte, sondern wirklich nur daran interessiert ist den Fall zu klären und den Mörder endlich zu fassen.

Nach „Das Mädchen im Eis“ und „Night Stalker“ ist dies nun der dritte Fall für Erika Foster. „Nachtschwarz“ kann unabhängig von den ersten beiden Bänden gelesen werden.

Kurze Kapitel und eine sehr spannende Geschichte machen dieses Buch zu einem wirklich schönen Lesegenuss.

(Schnieder)

Buchempfehlung im April (1)

Nikola Hotel: It was always you

Liebe

Nach dem Tod ihrer Mutter wird Ivy mit 15 Jahren von ihrem Stiefvater auf ein Internat geschickt. Sie hat sich dauernd mit ihrem älteren Stiefbruder Asher gestritten. Deswegen wurde sie wahrscheinlich abgeschoben. Seitdem fühlt sich Ivy nicht mehr als Teil der Familie und ist danach auch nicht mehr Zuhause gewesen.
Jetzt, vier Jahre später, möchte ihr Stiefvater, dass Ivy Heim kommt. Sie ist erstaunt, weil sie in den letzten Jahren nicht gerade willkommen geheißen wurde und sich in New York ein neues Leben aufgebaut hat. Aber Ivy vermisst ihre Familie und kommt der Bitte ihres Stiefvaters nach. Der Erste, der ihr begegnet ist ausgerechnet Asher. Er sieht immer noch verdammt gut aus. Und er ist immer noch der gleiche Idiot wie damals. Und Ivys Stiefvater hat Neuigkeiten, die alles verändern …

Ivy ist total sympathisch und es fällt ganz leicht sie zu mögen und sich in sie hineinzuversetzen. Immer wenn sie gestresst ist oder ihr tausend Gedanken durch den Kopf gehen nimmt sie ihr Bullet Journal (eine Mischung aus Notizheft, Kalender und/oder Tagebuch) in die Hand und illustriert Sprüche hinein. Und diese wunderschönen Handletterings findet man auch im Buch wieder.

Auch die anderen Charaktere aus dem Buch sind der Autorin sehr gut gelungen.
Ivys älterer Stiefbruder Asher hat viele Geheimnisse, die man erst im Laufe der Geschichte erfährt, da die Story nur aus der Sicht von Ivy geschrieben wurde.

Und dann ist da noch Noah, Ivys anderer Stiefbruder. Er ist ein lockerer Typ, der sehr witzig ist und sein Leben gerne auf Instagram teilt. Im zweiten Band über die Blakely-Brüder von Nikola Hotel „It was always love“ ist er einer der Hauptfiguren.

„It was always you” landete direkt nach dem Erscheinen in der Spiegel-Bestellsellerliste. Zurecht.

(Schnieder)

Bilderbuchempfehlung im April

Suzanne & Max Lang: Jim hat keinen Bock

Jim Panse bekommt eine Einladung zu Stachelschweins Party. Aber Jim kann gar nicht tanzen! Die anderen Tiere im Dschungel zeigen ihm wie es geht. Auf der Party tanzen dann alle Tiere und haben Spaß – alle außer Jim. Als es ihm dann endgültig reicht, gesteht er den anderen Tieren, dass er überhaupt nicht gerne tanzt. Und wer hätte das gedacht: Auch anderen Tieren geht es so wie Jim. Doch vorher hat sich niemand getraut es zuzugeben. Schließlich stellen sie fest, dass man auf einer Party gar nicht tanzen muss, denn es gibt auch noch leckeres Essen und viele Spiele. Schließlich findet Jim Panse, dass es wirklich schöner Abend mit seinen Freunden geworden ist.

Das neue Buch von Suzanne (Text) und Max (Bilder) Lang ist genauso wundervoll wie der Vorgänger „Jim ist mies drauf“.

Das Bilderbuch vermittelt, mithilfe der wunderschönen Illustrationen von Max Lang, was Selbstbestimmung heißt. Man sollte unabhängig von anderen Menschen handeln, sich selbst treu bleiben und den Mut aufbringen zuzugeben, dass man etwas nicht gerne macht, auch wenn alle anderen es scheinbar toll finden. Denn nur so kann man glücklich werden.

Für Kinder ab 4 Jahren.

(Schnieder)

Buchempfehlung aus unserem Archiv (11)

Judith Hermann: Aller Liebe Anfang

Bewährte Unterhaltung

Stella lernte Jason durch Zufall in einem Flugzeug kennen, er hielt ihre Hand, weil sie an Flugangst litt, und wenige Wochen später waren sie ein Paar. Sie heirateten schnell, bekamen Tochter Ava und zogen in ein beschauliches Haus mit Garten in einer Vorstadtsiedlung. Jason ist als Handwerker oft beruflich unterwegs, Stella, die teilzeit als Krankenpflegerin arbeitet, kümmert sich um das Haus und die fünfjährige Tochter. Die drei gühren ein unspektakuläres, friedliches Familienleben. Bis eines Tages im Frühjahr ein fremder Mann an der Tür klingelt und Stella darum bittet, sich mit ihm zu unterhalten. Ein wenig verunsichert wimmelt sie den Fremden ab, der jedoch am nächsten Tag wieder vor der Tür steht. Jeden Tag kommt er wieder, klingelt und legt etwas für Stella in den Briefkasten, einen Brief, ein Gedicht, ein Bild. Aus dem anfänglichen Ärgernis über den ungebetenen Besucher wird schnell ein Gefühl der Bedrohung, Stella fühlt sich bedrängt und verfolgt.

Während zu Beginn des Romans einfühlsam der Alltag von Stella und ihrer Familie, die Gedanken, Eindrücke und Sorgen der Protagonistin beschrieben werden, entwickelt die Handlung sich immer weiter zu einem Bild der Angst und Unsicherheit, der Schutzlosigkeit und dem Zerfall eines sicher geglaubten Lebens, bis die Situation zu eskalieren droht…

(Koczot)

Buchempfehlung im März

Joanne K. Rowling: Der Ickabog

Märchen

Es war einmal …

Im Königreich Schlaraffien herrscht König Fred der Furchtlose. Alle Menschen, die dort Leben, sind glücklich und zufrieden. Nun erzählt man sich in Schlaraffien gerne die Legende vom Ickabog, einem gefährlichen Ungeheuer, welches außergewöhnliche Kräfte besitzt und sehr gefährlich ist. Aber den Ickabog gibt es gar nicht wirklich, es ist nur eine erfundene Figur, um den Kindern Angst zu machen. Eines Tages kommt ein Mann zu König Fred und behauptet den Ickabog gesehen zu haben. Gemeinsam mit seinen beiden besten Freunden Lord Spuckelwert und Lord Schlabberlot, sowie den Soldaten begibt sich der König auf ins Marschland, wo der Ickabog leben soll. Fortan sollte sich alles im Königreich Schlaraffien ändern …

Joanne K. Rowling hat zwischen den Harry-Potter-Büchern immer mal wieder an der Geschichte vom Ickabog gearbeitet. Es ist nur der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie zu verdanken, dass sie dieses wundervolle Märchen herausgebracht hat. Zuvor hatte sie Kapitel des Buches online gestellt und Kinder dazu ermuntert, an einem Malwettbewerb teilzunehmen. Die 34 schönsten Bilder haben es nun ins Buch geschafft.

Mit kurzen Kapiteln und den wunderschönen Illustrationen der Kinder, ist dieses Buch wirklich empfehlenswert. Einfach märchenhaft schön! Ab ca. 8 Jahren geeignet.

(Schnieder)

Spielempfehlung (7)

Pictures

Pictures ist ein kreatives Familienspiel für drei bis fünf Spieler. Mit sehr einfachen Spielregeln sowie kurzen Runden (etwa 30 Minuten) erweist es sich als ein tolles und kurzweiliges Spiel für zwischendurch.

Bevor das Spiel beginnt erhält jeder Spieler eins von fünf unterschiedlichen Material-Sets. Zur Verfügung stehen Bauklötze, Schnürsenkel, farbige Würfel, Steine und Stöcke sowie Symbolkarten. Nun soll jeder Spieler mit seinen Materialien ein zufälliges, geheimes Bild aus vier zuvor ausgelegten Reihen so nachbilden, dass es von den Mitspielern wiedererkannt werden kann. Dies erfordert kreative Ideen und Abstraktionsvermögen.

Anschließend folgt das gegenseitige Erraten der Bilder sowie die Punktevergabe.

In der nächsten Runde werden die Sets getauscht, so dass jeder Spieler jedes Set ausprobieren kann. Die unterschiedlichen Materialien und die große Abwechslung schaffen jede Runde wieder eine Herausforderung zu experimentieren, kreativ zu werden und zu rätseln, und vor allem die Raterunden führen oft zu erstaunlichen und lustigen Ergebnissen.

(Koczot)

Bilderbuchempfehlung im März

Stark wie ein Tiger

„Ich bin ein Tiger“, behauptet die Maus. Doch der Waschbär, der Fuchs, die Schlange und der Vogel glauben ihr nicht. Ein Tiger ist viel größer und hat Streifen. Die Maus bleibt standhaft und versucht den anderen Tieren immer wieder deutlich zu machen: „Ich bin ein Tiger“. Dann taucht jedoch ein echter Tiger auf und sagt: „Du bist eine Maus.“ Die kleine Maus ist allerdings sehr überzeugend und erklärt dem Tiger, dass er eine Maus ist. Der große und starke Tiger gerät nun ins Grübeln. Jetzt sind auch alle anderen Tiere verwirrt und jeder fragt sich: Wenn der Tiger eine Maus ist, was bin ich denn dann? Auch darauf weiß die Maus eine witzige Antwort.

Die kleine Maus ist so selbstbewusst und überzeugend, dass sie stark wie ein Tiger wirkt. Ein lustiges Bilderbuch mit sehr wenig Text und vielen schönen Bildern für Kinder ab 3 Jahren.

(Schnieder)

Spielempfehlung (6)

My City

Eine eigene Stadt aufbauen, weiterentwickeln und dabei möglichst viele Punkte durch Kombinationen von Gebäuden erzielen – darum dreht sich das Legespiel „My City“.

Jeder Spieler entwickelt Zug für Zug seine individuelle Stadt. Da alle Spieler ihre Züge gleichzeitig machen, entstehen keine Wartezeiten und jede Runde ist mit etwa 15-30 Minuten relativ kurz. Am Ende der Partie werden Punkte für Gebäude zusammengezählt und so ein Gewinner ermittelt.

Die Spielpläne sowie die Gebäude sind schlicht und schön gestaltet und das Spiel ist rundum sehr übersichtlich. Die Regeln sind einfach zu lernen und mithilfe von Bildern und Beispielen kurz erklärt, sodass das erste Spiel schnell beginnen kann.

Ein einfaches, kurzweiliges Aufbauspiel für 2-4 Spieler.

(Koczot)

Buchempfehlung aus unserem Archiv (10)

Dagmar Bach: Zimt & weg

Band 1
Liebe

Die 15-jährige Victoria King, sie wird eigentlich immer nur Vicky genannt, hat ein großes Problem: Seit ihrem 12. Geburtstag springt sie ungewollt in eine Parallelwelt. Sie hat keine Ahnung wie das genau passiert. Die einzige Vorankündigung, dass Vicky gleich springen wird, ist der plötzliche Geruch von Zimtschnecken. Bei ihren Parallelwelt-Sprüngen, die lediglich wenige Sekunden dauern, landet sie an den unterschiedlichsten Orten. Niemand außer ihrer besten Freundin Pauline weiß davon.

Doch nun hat sich etwas verändert: Vicky ist mittlerweile stundenlang in der Parallelwelt. Und wie es scheint hat sie eine Doppelgängerin: Victoria. Sie sieht genauso aus wie Vicky und hat das gleiche Geburtsdatum. Wenn Vicky in der Parallelwelt ist, nimmt Victoria den Platz in Vickys Welt ein. Dadurch bringen sie das Leben der jeweils anderen ganz schön durcheinander. Auch Vickys Liebesleben wird komplizierter: Denn Vicky schwärmt für David, Victoria jedoch steht auf Konstantin. Oder ist Vicky auch in Konstantin verknallt? Sie ist vollkommen durcheinander und die Sprünge werden immer häufiger … Nur gut, dass sie sich auf Pauline verlassen kann!

Die Geschichte erinnert ein ganz klein wenig an die „Rubinrot-Trilogie“ von Kerstin Gier. Gwendolyn Shepherd, die Protagonistin aus Rubinrot, reist in der Zeit und Victoria King springt in eine Parallelwelt. Bei beiden ist es unkontrolliert (zumindest bei Gwendolyn am Anfang) und sie finden sich ganz plötzlich an anderen Orten wieder. Ihr normales Leben wird dadurch ganz schön auf den Kopf gestellt. Aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.

Die Idee, dass jemand Vicky eine Doppelgängerin hat, die ihren Platz einnimmt, wenn sie wieder in der Parallelwelt ist, finde ich total super. Man rätselt, was Victoria dann wieder angestellt haben könnte und leidet manchmal auch ein wenig mit Vicky. Aber dadurch entstehen auch sehr witzige Szenen.

Eine schöne Geschichte, die man dank des lockeren Schreibstils, mal eben so in einem Rutsch durchlesen kann. Dieses Buch ist für Jugendliche ab 11 Jahren geeignet.

Die drei Bände der Zimt-Triologie:

„Zimt & weg“ – Band 1
„Zimt & zurück“ – Band 2
„Zimt & ewig“ – Band 3

(Schnieder)