Kategorie-Archiv: Buchempfehlung

Lesetipp für den Sommer (5)

Neal & Jarrod Shusterman: Dry
Thriller

Stell dir vor, du drehst den Wasserhahn auf und es kommt kein Wasser …
Genau das passiert Alyssa an einem heißen Tag im Juni. Es kommt kein Wasser aus den Leitungen. Doch nicht nur ihre Familie ist betroffen, halb Kalifornien bekommt kein Wasser mehr. Im Supermarkt müssen Alyssa, ihr kleiner Bruder Garrett und Onkel Basil schnell feststellen, dass es weder Wasser noch anderen Getränke zu kaufen gibt, alles ist bereits ausverkauft. Jeder versucht irgendwie an Wasser zu kommen oder zu fliehen, bis es zum Kampf um Leben und Tod kommt …

Allein die Vorstellung, dass man kein Wasser mehr bekommt ist erschreckend. Denn für uns alle ist es selbstverständlich. Doch nicht nur der Durst kann einen in den Wahnsinn treiben, auch die anderen Auswirkungen sind verheerend: denn ohne Wasser funktioniert keine Toilette, keine Dusche, keine Waschmaschine und auch das Kochen erweist sich als schwierig – was braucht man, um Nudeln zu kochen?: Wasser.
Da kann man doch besser Wasser als Toilettenpapier hamstern.

Neal Shusterman, Autor der Fantasy-Trilogie „Scythe“, hat diese packende Geschichte gemeinsam mit seinem Sohn Jarrod geschrieben.

(Schnieder)

Lesetipp für den Sommer (4)

Ausflugstipps in der Umgebung

Urlaub zu Hause ist für viele von uns in diesem Jahr die neue Normalität.
Wie gestaltet sich der Urlaub und wo gibt es Neues zu entdecken?
Die Klinikbücherei hat eine Auswahl von Reiseführern für die nähere Umgebung im Angebot.
Dort sind Touren mit dem Fahrrad, Wanderungen und Ausflugziele beschrieben. Sie laden ein unbekannte Orte in der Heimat zu entdecken.
Es lohnt sich diese häufig unbekannten Orte zu besuchen und zu entdecken.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und sind zu unseren gewohnten Öffnungszeiten erreichbar.

(Audick)

Lesetipp für den Sommer (3)

Viviana Mazza: Jeden Freitag die Welt bewegen

Gretas Geschichte

Die Autorin Viviana Mazza arbeitet als Journalistin für die italienische Tageszeitung Corriere della Sera und hat in Italien als eine der Ersten von der Geschichte der späteren Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai berichtet.

In der Klinikbücherei erhältlich sind:

  • Yousafazai, Malala; Lamb Christina: Ich bin Malala (2013)
  • Yousafzai, Ziauddin; Carpenter, Louise: Lasst sie fliegen: wie Malalas Vater seiner Tochter ein selbstbestimmtes Leben ermöglichte (2019)
  • DVD: Malala – Ihr Recht auf Bildung (2018)

Woche für Woche gehen Schüler demonstrieren, anstatt zur Schule zu gehen. Sie zeigen ihren Unmut, ihre Angst und ihre Sorge um die eigene Zukunft und hoffen, dass man ihnen zuhört, dass Politiker und Konzerne umdenken und mehr für den Umweltschutz und Klimaschutz tun. Diese Streiks gibt es weltweit.

Doch wie kam es dazu?
An einem Freitag im August 2018 setzte sich das damals 15-jährige Mädchen mit einem selbstgemalten Plakat „ Skolstrejk för klimatet“ vor dem schwedischen Parlament. Damit bringt sie einen Stein ins Rollen, der weltweit Menschen allen Alters wachrüttelt und sich der Problematik der Klimakatastrophe bewusst werden lässt.

Doch wer ist Greta wirklich? Wer sind ihre Eltern und ihre Schwester?
Wie war ihr Leben bis zu dem Freitag im August 2018?
Was hat sie dazu bewogen, dieses Plakat zu zeichnen?
Wohin haben sie diese Schulstreiks geführt?
Wie hat sich ihr Leben verändert?
Wie haben ihre Reden und ihre Aktivitäten andere beeinflusst?
Davon wird in diesem Kinderbuch sehr verständlich und schön erzählt.

Am Ende des Buches ist man wirklich informiert und kann Greta sehr gut verstehen.
Der Schreibstil ist kindergerecht, ansprechend und auch das comicartige Buchcover und die Illustrationen passen zum Inhalt perfekt.

Falls man sich zum Thema Umweltpolitik weiterbilden und informieren möchte, findet man am Ende des Buches nützliche Adressen, Links, Kontakte zu Foren und Portalen

Ein informatives Buch für die ganze Familie.

(R. Pohlmann)

Lesetipp für den Sommer (2)

Tödliches Rollenspiel von Hannah Streffing erschienen im Dialogverlag

Sie sind Fan der Münsterlandkrimis,

– weil die Tatorte und die Gegend bekannt sind

– weil sie schon mal an den Tatorten waren und sie sich alles genau vorstellen können

– weil die Hauptfiguren so typisch für unsere Gegend sind oder einfach nur sympatisch

Dann ist Hannah Streffing mit ihrer Hauptfigur Hannah Schmielink, einer Schulpsychologin aus Münster, sicherlich ein Lesetipp.

Tödliches Rollenspiel ist schon der 6. Münsterland-Krimi mit Hanna Schmielink

Für jeden Lehrer ist es der wahr gewordene Albtraum: Ohne die 18-jährige Maybritt kehrt eine Schulklasse von einer Klassenfahrt in Holland zurück. Das Mädchen ist spurlos von einem Großsegler verschwunden. Was ist passiert? Unfall, Suizid oder vielleicht doch Mord?
Hannah Schmielink, Schulpsychologin aus Münster, muss feststellen, dass es am Berufskolleg Dorenkamp in Rheine niemanden sonderlich kümmert, was hinter dem Verschwinden der Schülerin steckt. Die Mitschüler schweigen hartnäckig, und das Kollegium interessiert zur Zeit nur eins: Wer wird neuer Schulleiter?

Nur Franziska, die Freundin von Maybritt, will die Wahrheit wissen. Sie löst mit der Geiselnahme der Klasse eine verhängnisvoller Kette von Ereignissen aus. Als dann auch noch nach einer Feier in der Schule ein Toter gefunden wird, reißen die ersten Mauern ein. Immer größere Ungeheuerlichkeiten kommen ans Tageslicht. Der Täter muss aus dem Umfeld der Schule kommen. Hannah kennt alle Tatverdächtigen und lässt sich dennoch täuschen. Sie gerät in Gefahr.

Mit ihren Krimis gelingt es Hannah Streffing unterhaltsame Spannung aufzubauen, ohne allzu blutige und grausame Details. Ihrer Krimis leben von einem liebenswerten Lokalkolorit. Leicht und gut lesbare Krimiunterhaltung für schöne Lesestunden im Sommer auf der Terrasse, im Urlaub oder vielleicht auch im Schwimmband.

Weitere Titel der Autorin: Tod im Kollegium, Tod im Kloster-Internat, Tod im Golddorf, Pilgerfahrt in den Tod, Tödliche Familien

(Audick)

Lesetipp für den Sommer (1)

Andreas Gruber: Todesmal

Thriller

Maarten S. Sneijder hat gerade seinen Job beim BKA gekündigt. Kurz danach taucht dort eine Nonne auf und gesteht in den nächsten 7 Tagen 7 Morde zu begehen. Sie beharrt darauf, dass sie nur mit Maarten S. Sneijder darüber sprechen will. Kurzerhand muss Sabine Nemez den Fall übernehmen. Doch die Nonne weigert sich mit ihr zu sprechen. Als der erste Mord geschieht ist Sneijders Interesse an dem Fall geweckt. Maarten S. Sneijder stellt sich ein Team aus den besten Leuten zusammen – jedoch läuft ihnen die Zeit davon, denn schon bald wird die nächste Person sterben, wenn sie es nicht verhindern. Doch wer ist die Person und warum soll sie sterben?

Andreas Gruber hat mit dem eigenwillige Maarten S. Sneijder einen besonderen Ermittler geschaffen, der einfach macht, was und wie es ihm passt. Der Kontrast zu Sabine Nemez könnte kaum größer sein, doch zusammen sind sie fast unschlagbares Team.
Der Roman umfasst zwar 590 Seiten, doch jede Seite ist es wert gelesen zu werden, denn es wird nie langweilig.
Dies ist der 5. Fall für Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Das Buch kann unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden.

(Schnieder)

Buchempfehlung im Juni (2)

Christine Brand: Die Patientin

Krimi

Silas‘ Mutter liegt seit seiner Geburt vor vier Jahren im Koma. Gemeinsam mit seinem Patenonkel Nathaniel besucht der kleine Silas sie einmal im Monat. Doch diesmal ist irgendwas anders. Silas behauptet, die Frau im Krankenbett wäre nicht seine Mutter. Da Nathaniel blind ist erkundigt er sich beim Pflegepersonal und erhält eine schockierende Nachricht: Silas‘ Mutter ist gestorben. Doch niemand weiß, wo die Leiche ist – es gibt weder Grab noch Totenschein.
Gleichzeitig ist die Journalistin Milla Nova einem merkwürdigen Fall auf der Spur: Mehrere Komapatienten, die scheinbar nicht vermisst werden, sind in der Schweiz ebenfalls verschollen.

Nach „Blind“, ihrem erfolgreichen ersten Band der Reihe um Milla Nova und Nathaniel Brenner, legt die Schweizerin Christine Brand nun wieder einen hervorragenden Krimi nach.

Die Welt von Nathaniel Brenner erweist sich als lehrreich und spannend. Denn was wir sehende Menschen für selbstverständlich nehmen, ist für blinde Menschen teilweise eine echte Herausforderung ist. Die Journalistin Milla Nova ist chaotisch und eigensinnig und gibt alles für eine gute Story, auch wenn sie manchmal über das Ziel hinausschießt.

Es ist nicht erforderlich den ersten Band zu lesen, um diese Geschichte zu verstehen. Doch auch „Blind“ ist absolut empfehlenswert.

(Schnieder)

 

Buchempfehlung im Juni (1)

Helen Fields: Die perfekte Unschuld

Thriller

Zwei Mordfälle in ein und derselben Nacht erschüttern Edinburgh: Zuerst wird inmitten eines Rockfestivals ein junger Besucher erstochen, und dem Täter gelingt es, in der Menge unterzutauchen. Dann wird nur wenige Stunden später die Leiche einer Krankenschwester entdeckt. Es gibt keine verwertbaren forensischen Spuren, doch eine Gemeinsamkeit: Beide Opfer werden von ihren Mitmenschen als „gute Seelen“ beschrieben – und beide mussten unter besonders grausamen Umständen sterben. Detective Callanach steht vor dem Beginn einer Mordserie, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt …

Die beiden Detective Inspectors Luc Callanach und Ava Turner haben es dieses Mal besonders schwer, denn so gut ihre Zusammenarbeit auch im ersten Band („Die perfekte Gefährtin“) funktionierte, umso schwieriger gestaltet sich nun ihr Vertrauensverhältnis und die gemeinsame Arbeit an den aktuellen Fällen. Hinzu kommen noch unerfreuliche personelle Veränderungen innerhalb der Police Scotland, die nicht gerade förderlich für die Bearbeitung der Mordfälle sind. Absolute Leseempfehlung, aber nichts für schwache Nerven!

(Schnieder)

 

Buchempfehlung im Mai (2)

Adeline Dieudonné: Das wirkliche Leben
Kindheit/Jugend

Ein Debüt. Eine Wucht: Sprachgewaltig, brutal, eindringlich , intensiv, bedrückend, bewegend, verstörend, ans Herz gehend…….!

Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie auch mit ihren beiden Töchtern lebt, ist eigentlich von Beruf Schauspielerin. Ihr grandioses Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14 Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt.

Die ganze Geschichte ist ein intensives Psychogramm aus der Sicht eines 10-jährigen, namenlosen Mädchens erzählt. Dies beobachtet die Welt um sich so aufmerksam, intelligent und klug, wie manch Erwachsener es nicht vermag.

Eine unscheinbare Reihensiedlung am Waldrand. Einer der Häuser hat vier Schlafzimmer: Eins für die Eltern, eins für den kleinen Sohn, eins für die größere Tochter (Erzählerin) und eins fürs Kadaver.

Denn der brutale, sadistische Vater liebt die Jagd, Whisky und TV Nachrichten. Da ihm aber das „Kleingeld“ für die Jagd fehlt, tyrannisiert er seine Familie und verprügelt seine Frau. Die resignierte, unscheinbare Mutter sucht Ablenkung in der Fürsorge für Ziegen. Das Mädchen kümmert sich um ihren kleineren Bruder, erklärt ihm die Welt und bringt ihn zum Lachen. In so einem Haus aufzuwachsen ist wirklich nicht leicht.

Dann passiert ein schrecklicher Unfall, aber niemand scheint zu bemerken wie die beiden Kinder traumatisiert sind und wie sich der Bruder dadurch verändert hat. Gegen alle Widerstände beginnt die kleine Heldin um ihren Bruder Gilles zu kämpfen. Damit beginnt eine traurige Entwicklung, die teils wirklich nichts für schwache Nerven ist…….Es gibt keine Gewinner. Übrig bleiben nur drei Menschen, die sehen müssen, wie sie mit dem Leben klarkommen.

Der Roman ist so kraftvoll, entwickelt einen großen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Von Begin an spürt man das Bedrohliche, das Düstere. Man fühlt sich in das Gefühlswelt des Mädchen vollkommen hineingezogen. Wie ein roter Faden zieht sich die ausgestopfte Hyäne aus dem Kadaver-Zimmer durch ihre Vorstellung.

In einer wunderbaren, klaren, einfachen Sprache wird die dramatische Situation in der Familie plastisch dargestellt. Die Erzählweise erfolgt sehr authentisch, und lässt bei den Lesern Bilder entstehen, die bestimmt noch lange nachwirken. Ab und zu drückt sich die Autorin in einer poetischen Art und Weise, die man bei soviel Gewalt nicht erwarten würde. Man muss einfach nur die Macht der Sprache bewundern…..

„Das wirkliche Leben“ ist ein wichtiges Buch, das unter die Haut geht und einen betroffen und nachdenklich zurücklässt. Ein verstörender, intensiver, wortgewaltiger Roman, der gleichzeitig Hoffnung macht: „Wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich“!

Ich bin begeistert.

(Radomila Pohlmann)

 

Buchempfehlung im Mai (1)

Hannah Siebern: Barfuß im Sand

Liebe

Chrissie will einfach nur weg. Weg aus Deutschland, weg von ihren Problemen und weg von dem Wahnsinn, der ihr Leben sein soll. Daher kommt ihr ein Praktikum in Namibia gerade recht. Sonne, Palmen und Strand, so hat Chrissie sich ihren Aufenthalt dort vorgestellt. Stattdessen landet sie mitten in den Slums von Namibia, wo Chrissies komplettes Weltbild auf den Kopf gestellt wird. Am liebsten würde sie sofort wieder zurückfliegen. Doch dann trifft sie auf Adam. Der Namibier kann Weiße aus gutem Grund nicht leiden und übt trotzdem eine große Faszination auf Chrissie aus. Langsam kommen die beiden einander näher, aber hat eine solche Beziehung überhaupt eine Zukunft? Immerhin hat Chrissie nicht vor für immer in Namibia zu bleiben …

Dies ist der 2. Band der Barfuß-Reihe. Da die Geschichte in sich abgeschlossen ist, kann man es auch lesen ohne den ersten Band („Barfuß im Regen“, ebenfalls empfehlenswert!) zu kennen.

Die in Münster geborene Autorin Hannah Siebern entführt den Leser ins warme, ferne Namibia und bietet somit einen völligen Kontrast zu unserer gewohnten Umgebung. Zu Beginn erschien mir die Protagonistin Chrissie eine oberflächliche Barbie zu sein. Doch nachdem ich immer mehr über sie erfahren habe, habe ich sie auch besser verstanden und dadurch ist sie mir auch ein wenig ans Herz gewachsen.

(Schnieder)