Kategorie-Archiv: Buchempfehlung

Lesetipp für den Sommer (1)

Andreas Gruber: Todesmal

Thriller

Maarten S. Sneijder hat gerade seinen Job beim BKA gekündigt. Kurz danach taucht dort eine Nonne auf und gesteht in den nächsten 7 Tagen 7 Morde zu begehen. Sie beharrt darauf, dass sie nur mit Maarten S. Sneijder darüber sprechen will. Kurzerhand muss Sabine Nemez den Fall übernehmen. Doch die Nonne weigert sich mit ihr zu sprechen. Als der erste Mord geschieht ist Sneijders Interesse an dem Fall geweckt. Maarten S. Sneijder stellt sich ein Team aus den besten Leuten zusammen – jedoch läuft ihnen die Zeit davon, denn schon bald wird die nächste Person sterben, wenn sie es nicht verhindern. Doch wer ist die Person und warum soll sie sterben?

Andreas Gruber hat mit dem eigenwillige Maarten S. Sneijder einen besonderen Ermittler geschaffen, der einfach macht, was und wie es ihm passt. Der Kontrast zu Sabine Nemez könnte kaum größer sein, doch zusammen sind sie fast unschlagbares Team.
Der Roman umfasst zwar 590 Seiten, doch jede Seite ist es wert gelesen zu werden, denn es wird nie langweilig.
Dies ist der 5. Fall für Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Das Buch kann unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden.

(Schnieder)

Buchempfehlung im Juni (2)

Christine Brand: Die Patientin

Krimi

Silas‘ Mutter liegt seit seiner Geburt vor vier Jahren im Koma. Gemeinsam mit seinem Patenonkel Nathaniel besucht der kleine Silas sie einmal im Monat. Doch diesmal ist irgendwas anders. Silas behauptet, die Frau im Krankenbett wäre nicht seine Mutter. Da Nathaniel blind ist erkundigt er sich beim Pflegepersonal und erhält eine schockierende Nachricht: Silas‘ Mutter ist gestorben. Doch niemand weiß, wo die Leiche ist – es gibt weder Grab noch Totenschein.
Gleichzeitig ist die Journalistin Milla Nova einem merkwürdigen Fall auf der Spur: Mehrere Komapatienten, die scheinbar nicht vermisst werden, sind in der Schweiz ebenfalls verschollen.

Nach „Blind“, ihrem erfolgreichen ersten Band der Reihe um Milla Nova und Nathaniel Brenner, legt die Schweizerin Christine Brand nun wieder einen hervorragenden Krimi nach.

Die Welt von Nathaniel Brenner erweist sich als lehrreich und spannend. Denn was wir sehende Menschen für selbstverständlich nehmen, ist für blinde Menschen teilweise eine echte Herausforderung ist. Die Journalistin Milla Nova ist chaotisch und eigensinnig und gibt alles für eine gute Story, auch wenn sie manchmal über das Ziel hinausschießt.

Es ist nicht erforderlich den ersten Band zu lesen, um diese Geschichte zu verstehen. Doch auch „Blind“ ist absolut empfehlenswert.

(Schnieder)

 

Buchempfehlung im Juni (1)

Helen Fields: Die perfekte Unschuld

Thriller

Zwei Mordfälle in ein und derselben Nacht erschüttern Edinburgh: Zuerst wird inmitten eines Rockfestivals ein junger Besucher erstochen, und dem Täter gelingt es, in der Menge unterzutauchen. Dann wird nur wenige Stunden später die Leiche einer Krankenschwester entdeckt. Es gibt keine verwertbaren forensischen Spuren, doch eine Gemeinsamkeit: Beide Opfer werden von ihren Mitmenschen als „gute Seelen“ beschrieben – und beide mussten unter besonders grausamen Umständen sterben. Detective Callanach steht vor dem Beginn einer Mordserie, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt …

Die beiden Detective Inspectors Luc Callanach und Ava Turner haben es dieses Mal besonders schwer, denn so gut ihre Zusammenarbeit auch im ersten Band („Die perfekte Gefährtin“) funktionierte, umso schwieriger gestaltet sich nun ihr Vertrauensverhältnis und die gemeinsame Arbeit an den aktuellen Fällen. Hinzu kommen noch unerfreuliche personelle Veränderungen innerhalb der Police Scotland, die nicht gerade förderlich für die Bearbeitung der Mordfälle sind. Absolute Leseempfehlung, aber nichts für schwache Nerven!

(Schnieder)

 

Buchempfehlung im Mai (2)

Adeline Dieudonné: Das wirkliche Leben
Kindheit/Jugend

Ein Debüt. Eine Wucht: Sprachgewaltig, brutal, eindringlich , intensiv, bedrückend, bewegend, verstörend, ans Herz gehend…….!

Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie auch mit ihren beiden Töchtern lebt, ist eigentlich von Beruf Schauspielerin. Ihr grandioses Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14 Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt.

Die ganze Geschichte ist ein intensives Psychogramm aus der Sicht eines 10-jährigen, namenlosen Mädchens erzählt. Dies beobachtet die Welt um sich so aufmerksam, intelligent und klug, wie manch Erwachsener es nicht vermag.

Eine unscheinbare Reihensiedlung am Waldrand. Einer der Häuser hat vier Schlafzimmer: Eins für die Eltern, eins für den kleinen Sohn, eins für die größere Tochter (Erzählerin) und eins fürs Kadaver.

Denn der brutale, sadistische Vater liebt die Jagd, Whisky und TV Nachrichten. Da ihm aber das „Kleingeld“ für die Jagd fehlt, tyrannisiert er seine Familie und verprügelt seine Frau. Die resignierte, unscheinbare Mutter sucht Ablenkung in der Fürsorge für Ziegen. Das Mädchen kümmert sich um ihren kleineren Bruder, erklärt ihm die Welt und bringt ihn zum Lachen. In so einem Haus aufzuwachsen ist wirklich nicht leicht.

Dann passiert ein schrecklicher Unfall, aber niemand scheint zu bemerken wie die beiden Kinder traumatisiert sind und wie sich der Bruder dadurch verändert hat. Gegen alle Widerstände beginnt die kleine Heldin um ihren Bruder Gilles zu kämpfen. Damit beginnt eine traurige Entwicklung, die teils wirklich nichts für schwache Nerven ist…….Es gibt keine Gewinner. Übrig bleiben nur drei Menschen, die sehen müssen, wie sie mit dem Leben klarkommen.

Der Roman ist so kraftvoll, entwickelt einen großen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Von Begin an spürt man das Bedrohliche, das Düstere. Man fühlt sich in das Gefühlswelt des Mädchen vollkommen hineingezogen. Wie ein roter Faden zieht sich die ausgestopfte Hyäne aus dem Kadaver-Zimmer durch ihre Vorstellung.

In einer wunderbaren, klaren, einfachen Sprache wird die dramatische Situation in der Familie plastisch dargestellt. Die Erzählweise erfolgt sehr authentisch, und lässt bei den Lesern Bilder entstehen, die bestimmt noch lange nachwirken. Ab und zu drückt sich die Autorin in einer poetischen Art und Weise, die man bei soviel Gewalt nicht erwarten würde. Man muss einfach nur die Macht der Sprache bewundern…..

„Das wirkliche Leben“ ist ein wichtiges Buch, das unter die Haut geht und einen betroffen und nachdenklich zurücklässt. Ein verstörender, intensiver, wortgewaltiger Roman, der gleichzeitig Hoffnung macht: „Wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich“!

Ich bin begeistert.

(Radomila Pohlmann)

 

Buchempfehlung im Mai (1)

Hannah Siebern: Barfuß im Sand

Liebe

Chrissie will einfach nur weg. Weg aus Deutschland, weg von ihren Problemen und weg von dem Wahnsinn, der ihr Leben sein soll. Daher kommt ihr ein Praktikum in Namibia gerade recht. Sonne, Palmen und Strand, so hat Chrissie sich ihren Aufenthalt dort vorgestellt. Stattdessen landet sie mitten in den Slums von Namibia, wo Chrissies komplettes Weltbild auf den Kopf gestellt wird. Am liebsten würde sie sofort wieder zurückfliegen. Doch dann trifft sie auf Adam. Der Namibier kann Weiße aus gutem Grund nicht leiden und übt trotzdem eine große Faszination auf Chrissie aus. Langsam kommen die beiden einander näher, aber hat eine solche Beziehung überhaupt eine Zukunft? Immerhin hat Chrissie nicht vor für immer in Namibia zu bleiben …

Dies ist der 2. Band der Barfuß-Reihe. Da die Geschichte in sich abgeschlossen ist, kann man es auch lesen ohne den ersten Band („Barfuß im Regen“, ebenfalls empfehlenswert!) zu kennen.

Die in Münster geborene Autorin Hannah Siebern entführt den Leser ins warme, ferne Namibia und bietet somit einen völligen Kontrast zu unserer gewohnten Umgebung. Zu Beginn erschien mir die Protagonistin Chrissie eine oberflächliche Barbie zu sein. Doch nachdem ich immer mehr über sie erfahren habe, habe ich sie auch besser verstanden und dadurch ist sie mir auch ein wenig ans Herz gewachsen.

(Schnieder)

 

Welttag des Buches

Den Welttag des Buches hatten wir uns eigentlich auch anders vorgestellt …

Doch wir haben diesen Tag zum Anlass genommen, um hier für euch Bücher vorzustellen, die ihr demnächst bei uns ausleihen könnt.

Die vier Buchempfehlungen von uns findet ihr unter diesem Beitrag, also einfach weiter nach unten scrollen.

Buchempfehlung zum Welttag des Buches (1)

Neal Shusterman: Die Hüter des Todes

Scythe 1
Fantasy

In der Welt, in der Citra und Rowan leben, gibt es weder Krieg und Krankheit noch Armut und natürlichen Tod, denn dafür sorgt der Thunderhead, eine künstliche Intelligenz, die dazu geschaffen wurde den Menschen zu dienen. Die einzige Entscheidung, die der Thunderhead nicht treffen darf, ist die über Leben und Tod. Dafür sind die Scythe zuständig und in Scythes Angelegenheiten mischt sich der Thunderhead keinesfalls ein. Scythe sind Menschen, die dazu ausgebildet werden andere Menschen zu töten, damit es nicht zu einer Überbevölkerung kommt. Dabei ist es aber wichtig, dass sie ihre Menschlichkeit beibehalten und nicht gefühlskalt werden, sondern Reue und Mitleid empfinden, aber ob sich tatsächlich alle nach diesen Werten richten ist eine andere Frage. Citra und Rowan werden gegen ihren Willen als Scythe Lehrlinge ausgewählt um die Kunst des Tötens zu erlernen. Zwischen beiden baut sich eine starke Bindung auf, doch am Ende ihrer Lehre kann nur einer von ihnen Scythe werden und hat die Aufgabe den anderen zu töten …

Eine sehr spannende Science-Fiction-Trilogie, in der es um den Kampf für Frieden und Gerechtigkeit und um Machtmissbrauch geht, wobei sogar die Existenz der Menschheit auf dem Spiel steht. Gleichzeitig ist es eine herzzerreißende Liebesgeschichte und es zeigt sich auch wie wichtig Zusammenhalt und Freundschaft in einer Welt wie dieser geworden sind. Man kann sich wirklich gut mit den Hauptcharakteren identifizieren und fühlt sich als würde man selbst auch in diese Zukunftswelt eintauchen.

Band 2 und 3:

 

(Hopp)

 

Buchempfehlung zum Welttag des Buches (2)

Michael Tsokos: Abgefackelt

Thriller

Rechtsmediziner Paul Herzfeld steckt sein letzter Fall noch in den Knochen, weshalb er vorübergehend von Kiel nach Itzehoe auf eine vermeintlich ruhigere Stelle in der Pathologie versetzt wird.
Auf dem Klinikgelände zeugt jedoch die Ruine des Archivs von einem Flammenmeer, in dem nicht nur Tausende Akten und Gewebeproben zerstört wurden, sondern auch ein Pathologe den Tod fand. Herzfeld will wissen, was es mit dem Brand auf sich hat, doch ihn umgibt eine Mauer des Schweigens.
Schon bald ist er einem riesigen Skandal auf der Spur. Die Gesundheit der Bevölkerung ist in Gefahr. Was Herzfeld jedoch nicht ahnt: Mit seinen Nachforschungen ruft er einen Gegner auf den Plan, der nicht zögert, eine eiskalte Killerin auf seine Widersacher anzusetzen. Ihr Mordwerkzeug ist eine Drohne. Ihr Lieblingsspielzeug ist das Feuer. Und sie hat keinen Geringeren als Paul Herzfeld im Visier.

Der Spiegel Bestsellerautor Michael Tsokos beginnt sein neuestes Werk mit folgenden Worten: „Die Handlung diese Buches beginnt nur wenige Tage nach den Ereignissen in „Abgeschlagen„.

Man kann den zweiten Paul-Herzfeld-Thriller auch durchaus lesen ohne den ersten Band zu kennen. Ich finde es jedoch ratsamer mit dem Buch „Abgeschlagen“ zu beginnen, dadurch ergeben manche Handlungen im neuesten Buch der Reihe mehr Sinn.

(Schnieder)

Buchempfehlung zum Welttag des Buches (3)

Jess Rothenberg: The Kingdom – das Erwachen der Seele

Science Fiction

The Kingdom ist der größte und spektakulärste Fantasy-Erlebnispark der Welt. Dort können die Besucher in den verschiedensten Welten – wie Safari Land, Sea Land und Winter Land – einzigartige, biotechnische Tiere bestaunen und mit Meerjungfrauen schwimmen. Und überall im Park kann man den sieben Prinzessinnen, den sogenannten Fantastinnen mit künstlicher Intelligenz, begegnen, die einem jedem Wunsch erfüllen. Doch ist die Erlebniswelt wirklich so perfekt und schön, wie es immer behauptet wird? Und sind künstliche Intelligenzen zu Gefühlen imstande?
Ana, eine der Fantastinnen, wird des Mordes an einem Parkmitarbeiter angeklagt. Aber kann dies überhaupt möglich sein? Oder hat Ana etwa eine Fehlfunktion?

Die Geschichte wird zumeist aus der Sicht von der Fantastin Ana geschildert. Doch zwischendurch werden immer mal wieder kurze Gerichtsprotokolle und Interviews eingebunden, die das Buch noch mal ein wenig auflockern.
Jess Rothenberg hat eine einzigartige Welt mit ihrem Fantasy-Erlebnispark erschaffen, bei der man sich schon vorstellen kann, dass es vielleicht eines Tages wirklich etwas in der Art geben könnte. Aber ob wir das noch miterleben werden ist jedoch fraglich.

(Schnieder)