Kategorie-Archiv: Buchempfehlung

Buchempfehlung im Juli (3)

Thomas Montasser: Das Glück der kleinen Augenblicke

 

AugenblickeThiele Verlag, 2017

Die Lektorin Marietta Piccine findet zufällig auf den Stufen der London Library ein herrenloses Manuskript, dessen Lektüre ihr den Atem nimmt. Es ist die Geschichte von Paul Swift, der das Pech hat, alles Unglück dieser Welt auf sich zu ziehen, aber egal, was ihm Schlimmes widerfährt, er sieht darin immer etwas Gutes. Marietta macht sich auf die Suche nach Mr. Swift, findet ihn und erlebt eine Überraschung. Eine poetische Geschichte über einen Menschen, der stets das Glück der kleinen Augenblicke findet.

(Audick)

Buchempfehlung im Juli (2)

Chris Carter: I am death – Der Totmacher

Thriller

carterEine junge Frau wird tot vor dem Los Angeles International Airport aufgefunden, brutal zugerichtet und wie ein Pentagramm in Menschenform hindrapiert. In ihrer Kehle steckt ein Zettel mit einer in Blut verfassten Nachricht: “Ich bin der Tod.”
Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia nehmen die Ermittlungen auf. Die Zeit läuft ihnen davon, denn kurz darauf wird eine weitere junge Frau ermordet. Der Modus Operandi ist ein anderer, aber die Handschrift des Täters ist eindeutig – er hinterlässt Botschaften, die an Hunter persönlich gerichtet sind. Hunter wird klar, dass er ein Monster jagt. Er glaubt, den Mörder zu kennen. Doch was, wenn er den Falschen verdächtigt? Und die Wirklichkeit noch viel schlimmer ist?

 

Buchempfehlung im Juli (1)

Claire Fuller: Eine englische Ehe

Familie

Piper 2017

Englische EheIngrid hat für Ihren Mann Gil Coleman, den Literaturprofessor und Schriftsteller, alles aufgegeben. Vor 12 Jahren verschwand sie. Sie konfrontiert ihren Mann mit ihren Gedanken und Sehnsüchten in Briefen, die sie in seiner Bibliothek versteckt. Als Gil Coleman schwer verunglückt, beginnt seine Tochter Flora die Suche nach ihrer Mutter, ohne zu ahnen, daß sie nur die Bücher ihres Vaters aufschlagen müsste, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Der Roman erzählt in die Geschichte von Mutter und Tochter in zwei Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten. Eine ausgewöhnliche Familiengeschichte und ein schönes Stück Literatur.

(Audick)

Buchempfehlung im Juni (3)

Ursula Poznanski & Arno Strobel: Anonym

Thriller

Anonym

Es ist der erste gemeinsame Fall des Hamburger Kommissars Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Forums “Morituri”, das im Darknet liegt, dem schwer zugänglichen Teil des Internets. Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Forum liegt im Darknet, dem anonymen Teil des Internets, in dem die Nutzer kommen und gehen wie Schatten, ohne Spuren zu hinterlassen. Der Tod hingegen ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben …

(Schnieder)

 

Buchempfehlung im Juni (2)

Sophie Jordan: Infernale

Science Fiction

Band 1Infernale

Als Davy positiv auf das Mördergen HTS getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin?

 

Sophie Jordan: Infernale -Rhapsodie in Schwarz

Band 2 (Abschlussband)

InfernaleSeit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.
Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los …

(Schnieder)

Buchempfehlung im Juni (1)

Isabel Bogdan: Der Pfau

Heiteres

Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft,Pfau als geplant. Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung mitsamt einer Psychologin und einer Köchin wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern. Durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau werden sie aber aus dem Konzept gebracht. Die pragmatische Problemlösung durch Lord McIntosh setzt ein urkomisches Geschehen in Gang, das die Beteiligten an ihre Grenzen führt und sie einander näherbringt. Ein überraschender Wintereinbruch, eine Grippe und ein Kurzschluss tun ihr Übriges.

Isabel Bogdan verbindet diese turbulente Handlung auf grandiose Weise mit liebevoller Figurenzeichnung. Eine großartige Mischung aus Unterhaltung und anspruchsvoller Literatur, mit britischem Humor „made in Germany“ erzählt.

(R. Pohlmann)

Buchempfehlung im Mai (3)

Die Tuchvilla von Anne Jacobs

Historisches

Band 1: 2014

tuchvillaEin Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis … Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Geschehen fern.

 

 

Die Töchter der Tuchvilla

Band 2: 2015tuchvilla2

Augsburg, 1916. Die Tuchvilla, der Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer, ist in ein Lazarett verwandelt worden. Die Töchter des Hauses pflegen gemeinsam mit dem Personal die Verwundeten, während Marie, Paul Melzers junge Frau, die Leitung der Tuchfabrik übernommen hat. Da erreichen sie traurige Nachrichten: Ihr Schwager ist an der Front gefallen, ihr Ehemann in Kriegsgefangenschaft geraten. Marie kämpft darum, das Erbe der Familie zu erhalten.

 

Das Erbe der Tuchvilla

Band 3: 2016

tuchvillaDas Schicksal der Familie Melzer in einer bewegten Zeit. Und eine Liebe, die alles überwindet. Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder ins Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen.

 

Mit der „Tuchvilla-Trilogie“ beschreibt die Autorin ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte (1913-1920). Auf der einen Seite die Dienerschaft , auf den anderen Seite die Herrschaften. Es gibt Intrigen, Affären, Irrungen , Wirrungen und große Familiengeheimnisse.

 

(Audick)

Buchempfehlung im Mai (2)

Martin Suter: Elefant

Diogenes 2017, 351 S.

 

Wieder einmal greift Martin Suter aktuelle, gesellschaftliche Themen (Genmanipulation, Leben von Obdachlosen, Umgang mit Tieren) auf und verpackt sie versiert und unterhaltsam in einen fesselnden Roman.

ElefantDer Obdachlose Schoch traut seinen Augen nicht, als er in seiner Höhle am Fluss einen rosarot leuchtenden Mini-Elefanten sieht. Das Wesen lebt und fordert Futter und Zuwendung. Das Tier ist das Resultat eines misslungenen Gen-Versuches. Der verantwortliche Forscher sucht sein Forschungsobjekt verzweifelt, denn er möchte Proben des Genmaterials für weitere Versuche sicherstellen. Doch Schoch vertraut sich einer Tierärztin an und gemeinsam tauchen sie mit dem Elefanten unter.

(Audick)

Buchempfehlung im Mai (1)

Dagmar Fohl: Alma

Zeitgeschichte
Gmeiner Verlag 2017, 219 S.

Alma erzählt die Geschichte von Aron Stern, dem Vater von Alma. Er ist Jude, Cellist und AlmaMusikalienhändler. 1939 müssen er und seine junge Frau Leah aus Deutschland flüchten. Ihre gerade geborene Tochter Alma müssen sie zurücklassen. Ihre Tochter wächst ohne ihre Eltern auf.
Nirgendwo wird Aron und Leah Stern Asyl gewährt. Sie müssen nach Deutschland zurückkehren und kommen kurz darauf nach Ausschwitz. Nach dem Krieg wissen sie nichts von ihrer Tochter. Leah nimmt sich das Leben. Aron Stern versucht nach Palästina auszuwandern, um eine neues Leben zu beginnen. Doch die Engländer hindern das Flüchtlingsschiff „Exodus“ am Erreichen ihres Ziels. Aron Stern versucht, zurückgekommen in Deutschland, weiter zu leben, macht sich auf die Suche nach seiner Tochter Alma und der Roman erzählt, wie er Alma wiederfindet. Es wird ein schwieriges Kennenlernen nach so langer Zeit.

Diese Geschichte, die wohl tausendfach durchlitten wurden, ist von der Autorin schnörkellos, aber feinfühlig, erzählt, ist ein großes, empfehlenswertes Buch.

(Audick)

Buchempfehlung im April (2)

Jean Philippe Blondel: Direkter Zugang zum Strand

Jean Philippe Blondel avancierte mit seinem Roman „6 Uhr 41“ sehr schnell zum Publikumsliebling. Sein Frühwerk das erst jetzt ins Deutsche unter dem Titel „Direkter Zugang zum Strand“ übersetzt wurde, ist ebenso lesenswert. Es sind Momentaufnahmen von Feriengästen aus vier Jahrzehnten – in Zehn-Jahres-Schritten von 1972 bis 2002 zusammengestellt, kleine Portraits, in denen die Gäste jeweils selbst zu Wort kommen.

Es sind sehr unterschiedliche Personen, denen wir beim Lesen begegnen, sowohl Kindern als auch Erwachsenen – und beinahe jeder von ihnen findet sich als Querverbindung in einem anderen Portrait wieder. Es ist schon bemerkenswert, wie Blondel all diese Eindrücke aus dem Leben unterschiedlichster Menschen verknüpft: Manchmal sind es nur kurze Begegnungen, flüchtige Entscheidungen, unbedachte Handlungen oder momentane Emotionen, die das Leben eines Menschen radikal ändern.

Wach sollte der Leser sein, damit ihm keiner dieser Hinweise entgeht, denn sie alle zusammen ergeben einen entzückenden Roman eines sehr französischen Autors im besten Sinne, in dem er charmant und leichtfüßig, doch niemals oberflächlich, über die Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins schreibt.

Ein wunderbares Buch. Und während man von ersten Lieben, schmerzhaften Trennungen, Überraschungen und unverhofftem Glück liest, verspürt der Leser die Sonne im Gesicht am Strand der französischen Atlantikküste und atmet die salzige Luft ein.

(R. Pohlmann)

Blondel

Die Klinikbücherei kann auch folgende Bücher anbieten:

Blondel, Jean Philippe: „6 Uhr 41“
Blondel, Jean Philippe: This is not a love song
Blondel, Jean Philippe: Die Liebeserklärung