Öffnung der Bücherei – Corona-Update zum 15.03.2021

Ab Montag, dem 15.03.2021, ist die Bücherei wieder zu den normalen Öffnungszeiten (Montag-Donnerstag: 10-17 Uhr, Freitag: 10-14 Uhr) geöffnet.

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten in der Bücherei folgende Hygienemaßnahmen:

  • Es darf immer nur eine Person in die Bücherei
  • Vor dem Betreten der Bücherei: Hände desinfizieren
  • Mundschutzpflicht (wie in der gesamten UKM)

Patienten haben auch weiterhin die Möglichkeit Medien zu bestellen und wir bringen diese dann auf die Station.

Buchempfehlung im Mai (3)

El Hachmi, Najat: Eine fremde Tochter

Länder/Völker

Najat El Hachmi (*1979) ist eine katalanisch-marokkanische Autorin, die heute in Barcelona lebt.
2015 gewann sie für „Eine fremde Tochter“ den San Juan-Preis und den Ciuat der Barcelona-Preis als bester katalanischer Roman.

Das Buchcover des Romans – besser gesagt das Portrait des wunderschönen Mädchens – war der Grund, warum ich das Buch angefangen zu lesen.

Nadja El Hachmi erzählt eine Emanzipationsgeschichte einer jungen Marokkanerin, die nach Spanien auswandert. Dort lebt sie im Zwiespalt zwischen ihrer traditionell muslimisch geprägten Heimat und der Verlockungen einer liberalen Gesellschaft. Während die Tochter Bücher und das Denken liebt, versucht die sittenstrenge analphabetische Mutter aus der Tochter eine gute Muslima zu machen. Besonders offenbar werden die Unterschiede bei Besuchen in der alten Heimat.

Das Frauenbild der Familie entsetzt einen beim Lesen ebenso wie die früh fallende Entscheidung der Ich-Erzählerin, einer Zweckehe zuzustimmen. Der Sohn des Onkels, ihr Cousin ,steht zu diesem Zweck bereit. Wenn sie ihn heiratet, darf er nach Europa. Nach der Heirat verbringt der junge Ehemann seine Tage auf dem Sofa und in der Nacht macht er sich über seine Ehefrau her. Dieser Ehemann verbündet sich mit ihrer Mutter gegen sie und sie überreden sie zunächst ein Kopftuch zu tragen.

Die Autorin, die selbst mit ihrer Mutter als Kind nach Spanien emigrierte, versteht es auf Schönste, der Zerrissenheit ihrer Protagonistin Ausdruck zu verleihen. Es ist auch die Wahrhaftigkeit manch einer Erfahrung, die diesen Roman so lesenswert macht. Er gewährt einen Blick ins Innere einer fremden Welt: Das betrifft die ritualisierte Hochzeitszeremonie genauso wie das stürmische Seelenleben der Ich-Erzählerin.

In dem Roman geht es um das Verhältnis von Tochter und Mutter, aber auch um Verhältnis der Tochter zur Sprache ihrer Mutter (Tamazight) sowie um Wertesystem, der Kultur und allem, was mit ihrer Herkunft zusammenhängt.
Ein anderes Thema des Romans ist der Rassismus in der heutigen Gesellschaft.
Die Autorin verbindet ihren Roman mit dem Appel, sich um diejenigen zu kümmern, die aufgegeben haben, sie zu bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen, ihnen Zuflucht zu gewähren.

Najat El-Hachmi klagt niemanden an, sondern beschreibt unterschiedliche Lebensstile und die Schwierigkeit, sie zu verbinden oder sie zu wechseln.

Ein erstaunliches Buch, bestimmt auch Dank der wortschöpfenden Übersetzung von Michael Ebmeyer.

(R. Pohlmann)

Buchempfehlung im Mai (2)

Nikola Hotel: It was always love

Liebe

Nachdem Aubree von der Uni geflogen ist, will sie einfach nur noch weg aus New York und alles vergessen. Weg von dem was passiert ist. Vergessen, dass das Foto existiert, was irgendjemand von ihr auf Instagram gepostet hat und sie seitdem verfolgt. Einfach alles hinter sich lassen. Kurzerhand beschließt sie zu ihrer besten Freundin Ivy nach New Hampshire zu fahren. Aber dort trifft sie ausgerechnet auf Ivys Stiefbruder Noah. Kann sie ihm vertrauen? Kann sie überhaupt noch irgendjemanden trauen nachdem was passiert ist? Noah merkt sofort, dass es Aubree nicht gut geht und versucht ihr irgendwie zu helfen. Langsam beginnt sie in ihm einen Freund zu sehen und bekommt Herzklopfen sobald er in ihrer Nähe ist. Doch das kann sie gerade gar nicht gebrauchen. Oder ist es genau das was sie momentan braucht?

Noah ist einer der interessantesten Charaktere in dem Buch. Er redet ohne vorher nachzudenken und ist dadurch ein sehr ehrlicher Mensch. Auch wenn manch einem vielleicht nicht gefällt was er sagt, weiß man bei ihm genau woran man ist. Und genau so kennt man Noah bereits aus dem ersten Band der Blakely-Brüder „It was always you“. Hier jedoch zeigt er auch eine andere Seite von sich: seine sensible und einfühlsame Art.

Aubree ist das genaue Gegenteil von Noah. Sie denkt erst tausend Mal über irgendetwas nach bevor sie etwas sagt oder tut. Sie ist eigentlich eine starke Frau, doch nachdem was ihr passiert ist, fühlt sie sich einfach nur noch schwach und klein. Es ist unglaublich schön, wie sie langsam wieder Mut fasst und anderen Menschen vertraut – vor allem Noah. Die beiden ergänzen sich wunderbar und sind ein wirklich schönes Paar.

Den 2. Band der Blakely-Brüder kann man auch ohne Vorkenntnisse des ersten, „It was always you“, verstehen. Dennoch versteht man manche Zusammenhänge etwas besser, wenn man den ersten Band vorher gelesen hat.

(Schnieder)

Bilderbuchempfehlung im Mai

Sam McBratney: Weißt du eigentlich, wie wichtig Freunde sind?

Der große Hase hat leider keine Zeit und so muss der kleine Hase alleine spielen. Doch das eigene Spiegelbild in der Pfütze anzuschauen und den eigenen Schatten zu fangen ist langweilig. Aber im Heidekraut entdeckt der kleine Hase plötzlich einen kleinen Schneehasen. Und der kleine Hase ist begeistert, als der Schneehase fragt: „Willst du mein Freund sein? Wollen wir zusammen spielen?“ Endlich hat der kleine Hase einen Freund gefunden, mit dem er Löcher graben, einen Turm bauen und verstecken spielen kann!

Nach dem Weltbestseller von Sam McBratneys  „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ ist dies nun die unabhängige Fortsetzung.

Anita Jerams bezaubernde Illustrationen runden dieses Buch zu einem wundervollen Gesamtpaket ab.

Die Geschichte kommt mit einem relativ kurzen Text einher und eignet sich somit bereits für Kinder ab 3 Jahren.

(Schnieder)